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"Probier's doch einfach!"


Meditation, davon hatte ich zwar gehört, aber so richtig konnte ich mir darunter nichts vorstellen. Vielleicht was für angehende Heilige, aber nichts für mich, dachte ich.
Dann treffe ich nach längerer Zeit bei einem Klassentreffen einen alten Freund. Er ist früher ein ziemlicher Rabauke gewesen,  zornig und missmutig war er oft gewesen. Ich war erstaunt, wie ruhig und ausgeglichen er auf mich wirkte.
Er erzählte mir, dass er seit ein paar Jahren meditiere. Nicht jeden Tag, aber so ein bis zweimal die Woche. Er sei so einen Gelegenheitssitzer sagte er und lacht. Überhaupt hatte er einen ansteckenden Humor. Er nahm sich selbst nicht mehr so wichtig wie früher.

Nun war ich doch neugierig geworden und wollte wissen, was man denn da konkret mache, beim Meditieren.
Sehr einfach sagte er, du setzt dich mit geraden Rücken auf ein rundes Kissen oder ein kleines Holzbänken und schweigst. So 20 - 25 Minuten lang. Du achtest nur auf deinem Atem. Er mache das am liebsten in einer kleinen Gruppe. Da hat man dann einen festen Termin und geht auch hin.
Ich frage ihn, ob denn dann auch jedes Mal die Erleuchtung kommt.
Er lacht wieder sein sympathisches Lachen. Ach die Erleuchtung, nun ja, die komme bei ihm eher, wenn man anschließend zusammen einen Wein oder ein Bier trinke. Oder wenn er auf dem Rückweg im Hauptbahnhof seine Fahrkarte löse. Oder zuhause, wenn er den Wasserhahn repariere. Oder auch gar nicht.

Er sei einfach achtsamer geworden, mit sich, den anderen, der Natur. Es gehe ihm einfach besser.
Jetzt fällt mit der Spruch ein. „Es ist so einfach, glücklich zu sein. Es ist aber schwierig, einfach zu sein.“
Er geht seines Weges.
Er hat mir Mut gemacht, das mit der Meditation einfach mal zu probieren.
Auf Risiken und Nebenwirkungen bin ich jetzt schon richtig gespannt.

René B.
(Der Autor dieser fabelhaften Erzählung ist Personalberater und praktiziert seit vielen Jahren Stille-Meditation)

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